• Megamarsch Mallorca 2026 – 50 km, die mich einmal komplett durchgerüttelt haben

      📖 Meine Story:

      Schon als ich morgens im Park am Carrer d’Anselm Turmeda in Alcúdia stand, wusste ich: Das wird ein besonderer Tag. Die Luft war kühl, die Stimmung dagegen elektrisierend. Überall um mich herum klapperten Stöcke, Leute lachten nervös, und hinter uns ragte die Silhouette von Alcúdia in den Himmel – ein Anblick, der mir direkt einen kleinen Schub Motivation verpasst hat.

      Um 7:30 Uhr fiel der Startschuss, und plötzlich setzte sich alles in Bewegung. Ich mittendrin, mit diesem Mix aus Vorfreude, Respekt und dem Gedanken: Okay, jetzt gibt’s kein Zurück mehr.

      La Victoria – wo meine Waden beschlossen, sich zu melden

      Bis VPS 1 lief alles locker. Beine warm, Kopf frei, Stimmung top. Doch dann kam La Victoria. 
      8,8 % Steigung – und zwar nicht so, wie es auf dem Papier aussieht, sondern so, wie es sich in den Waden anfühlt. Jeder Schritt brannte ein bisschen mehr, und ich musste mich wirklich konzentrieren, nicht in meinen eigenen Rhythmus reinzugrummeln. Aber oben am VPS 2 war alles vergessen. Kurz durchatmen, Energie tanken, VPS‑Karte einstecken – und weiter.

      Der Trail, der mich komplett aus dem Takt gebracht hat

      Richtung Bonaire lief es wieder rund. Ich hatte meinen Flow zurück – bis die Strecke plötzlich links abbog und uns mitten in die Pinien schickte.
      Asphalt aus. – Trail an.

      Ein schmaler Pfad, Wurzeln, Steine, dichter Wald – und ich mittendrin, plötzlich wieder hellwach. Der Rhythmus war futsch, aber die Landschaft war der Hammer. Genau diese Abschnitte liebe ich: unerwartet, technisch, wunderschön.

      Ravioli, Sonne und der Moment, in dem der Kopf übernimmt

      Zurück in Alcúdia warteten am VPS 3 die legendären Ravioli. Ich sag’s ehrlich: Die Dinger sind nicht nur Essen, die sind ein Lebensgefühl. Warm, kalt – völlig egal. Hauptsache rein damit.

      Doch ab dem Weg zu VPS 4 wurde es ernst. Die Sonne knallte plötzlich gefühlt wie im Sommer, der Untergrund wechselte ständig. Ab Kilometer 35 begann der Teil, den man nicht trainieren kann: der mentale Kampf.

      Weniger Selfies, mehr Magnesium – Weniger Lachen, mehr Zähne zusammenbeißen.

      VPS 4 war dann wie eine kleine Oase – Schatten, Versorgung, freundliche Gesichter. Nur die Stechmücken hatten offenbar denselben Plan. Die Biester waren motivierter als ich.

      Der Endspurt – schön, aber gnadenlos

      Der Weg um den Lago Esperanza war traumhaft – zumindest für Menschen ohne 40 Kilometer in den Beinen. Jede Kurve zog sich, jeder Meter fühlte sich doppelt so lang an.

      Dann der Strand: Iles Baleare, später Playa d’Alcúdia. Weicher Sand, Meeresbrise, ein Hauch von Freiheit – und gleichzeitig der letzte Test für meine müden Füße.

      Kilometer 50 – und plötzlich ist alles gut

      Die letzten Kilometer waren reine Willenskraft. Aber dann sah ich das Zielbanner. Ich hörte den Sprecher. Ich hörte die Menschen. Und plötzlich war der Schmerz weg. Einfach weg.

      Was blieb, war dieses Gefühl, das man nicht erklären kann – nur erleben.

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