Ultramarsch Usedom: Küste, Land & ein finaler Kraftfresser

Ultramarsch Usedom
Bildquelle:
  • um_usedom_55km_2026: Laufmichel

Start zum Ultramarsch Usedom 55km oder gar 100km war in Ahlbeck. Kühl, sonnig, perfektes Wanderwetter. Also dieses Wetter, bei dem alle so tun, als wären sie topfit, obwohl die Hälfte heimlich hofft, dass der Rucksack heute leichter wirkt als beim letzten Mal. Spoiler: tut er nicht, auch nicht bei 55km.

Die ersten Kilometer an der Küste entlang nach Heringsdorf liefen wie geschmiert. Alle lächeln, alle tun entspannt, niemand gibt zu, dass er schon jetzt darüber nachdenkt, ob die Sockenwahl wirklich klug war. Weiter über die Steilküste nach Ückeritz, wo der erste Verpflegungspunkt wartete – und plötzlich war die Gruppe schneller als auf jedem anderen Abschnitt des Tages. Komisch, wie das immer funktioniert.

Dann ging’s in den Gesteinsgarten Usedom. Ein Ort, an dem man sich fragt, warum Steine so dekorativ rumliegen dürfen, während man selbst schon leicht schief läuft. Über den Herrenweg Richtung Achterwasser nach Neppermin – ein Abschnitt, der so ruhig ist, dass man fast vergisst, dass man noch sehr viele Kilometer vor sich hat. Fast.

Ab zum Wasserschloss Mellenthin, wo man kurz überlegt, ob man nicht einfach höflich anklopfen und um Kaffee bitten sollte. Weiter über Katschow und Labömitz nach Benz, wo die Beine langsam anfangen, kleine Beschwerden einzureichen. Offiziell natürlich nur „Hinweise“.

Ab Benz folgte der Weg dem Selliner Weg zum Schmollensee – ein Name, der perfekt beschreibt, wie man ab Kilometer 30 innerlich aussieht. In Sellin vorbei am Großen Krebssee, weiter zum Gothensee und durchs Thurbruch nach Gothen. Ein Abschnitt, der landschaftlich wunderschön ist, aber gleichzeitig diesen „Warum mache ich das eigentlich nochmal?“-Moment auslöst.

Und dann kam er: der Hassenberg. Der „Na super, auch das noch“-Moment. Der Punkt, an dem alle kurz überlegen, ob sie nicht doch lieber ein Hobby wie Briefmarkensammeln anfangen sollten. Aber natürlich ging’s drüber – mit letzter Kraft, viel Humor und dem Wissen, dass dahinter nur noch der Weg zurück nach Ahlbeck wartet.

Am Ende: 55 km Usedom. Küste, Seen, Wälder, Höhenmeter, kleine Krisen, große Ausblicke – und dieses typische Wander-Gefühl: „Es war anstrengend. Es war lang. Es war großartig. Und ja, wir würden es wieder tun.“

Dieser Beitrag stammt aus unserer Redaktion – digital feinpoliert für euch.

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