Ultramarsch Eifel X‑trem 2026: 110 KM später – Ich lebe noch, die Eifel auch

Bildquelle:
  • um_xtrem_eifel_markus-dingens2026_1920: Markus Dingens Ultramarsch

2902 Hm

110.89 KM

23:13 Std. (all)

4,5 Sterne

Es gibt Märsche, die laufen einfach so durch. Und dann gibt es den Ultramarsch Eifel X‑trem – 110 Kilometer, 2900 Höhenmeter und ein ganz eigener Charakter. Dieses Jahr war mein dritter Start in Folge. Dreimal angetreten, dreimal gefinisht. Einmal davon außerhalb des Zeitlimits, aber hey… ein Finish ist ein Finish.

Und trotzdem stand ich da, am Start, mit diesem kleinen Funken Hoffnung: Vielleicht gibt’s ja doch den dritten Triple‑Finisher‑Cube? Spoiler: Nein. An VP1 kam die Info, dass mein Name in der Liste falsch war. Kein Cube. Kein Drama. Nur ein kurzer Moment, in dem ich dachte: „Ach komm, das wäre jetzt aber nett gewesen.“

Der Marsch selbst – ein wilder Mix aus Flow, Frust und Feuer

Bis Kilometer 60 lief alles wie am Schnürchen. Beine gut, Kopf klar, Stimmung top. Ich dachte schon: Dieses Jahr wird’s rund. Dieses Jahr wird’s mein sauberster 110er.

Und dann kam der Schmugglerpfad. Der hat mich nicht nur aus dem Tritt gebracht – der hat mich für zwei Stunden komplett aus dem Verkehr gezogen. Ein Tiefpunkt, der sich anfühlte wie ein schwarzes Loch mit Wanderschuhen.

Aber wie das bei Ultramärschen so ist: Plötzlich war das Loch weg. Nach dem letzten VP hatte ich nochmal 10 Kilometer Feuer im Ofen. Ich lief, als hätte jemand heimlich neue Batterien eingesetzt.

Und dann… Die letzten 10 Kilometer. Der Ofen war nicht nur aus – der war abgebaut, verschrottet und im Altmetallcontainer. Nur noch Schleichgang. Jeder Schritt ein eigener kleiner Kampf. Aber genau diese letzten Kilometer sind es, die einem zeigen, warum man das alles macht.

110 Kilometer – nochmal? Oder reicht’s jetzt?

Rein logisch betrachtet: Ich brauche die 110 nicht mehr. Dreimal gefinisht, ich weiß, dass ich’s kann. Ein vierter 110er würde mir keinen neuen Beweis liefern.

Rein emotional betrachtet: Vielleicht reizt es mich doch. Vielleicht will ich den Schmugglerpfad einmal ohne Zusammenbruch laufen. Vielleicht will ich einmal einen 110er, der von vorne bis hinten rund ist. Nicht für den Cube. Für mich.

Der Gedanke an YouTube – und die Realität

Unterwegs sprechen mich immer wieder Leute an: „Hast du einen YouTube‑Kanal?“ „Mach doch mal Videos!“ „Wäre mega!“

Ja, wäre es. Aber wenn ich es nicht mal schaffe, regelmäßig Berichte zu tippen… Wie soll ich dann Videos schneiden? Vielleicht wäre es aber genau das Richtige, um die Erinnerungen festzuhalten. Vielleicht. Schau mer mal.

Die nackten Zahlen – Garmin hat’s schwarz auf weiß

  • 110,89 km
  • 2902 hm
  • 20:16 h in Bewegung (5,5 km/h)
  • 23:13 h Gesamtzeit (4,8 km/h)
  • HF Ø 120
  • 146.500 Schritte
  • 9269 Kalorien verbrannt

Letztes Jahr war ich schneller. Und? Scheiß drauf. Ich bin angekommen. Darum geht’s.

Fazit

Das war Ultramarsch Nummer 3 von 10 in diesem Jahr. Noch sieben warten. Und egal, ob mit Tiefpunkten, Hochphasen oder komplett leerem Ofen: Ich gehe weiter. Weil genau das mein Ding ist.

Quelle: Markus Dingens auf Facebook

Dieser Beitrag stammt im Original von „Markus Dingens“ und wurde redaktionell und mit digitaler Unterstützung verfeinert.

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