Abmarsch. Ein Marsch stoppt. Die Geschichte nicht.

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  • Abmarsch Floersheim Start Symbolbild 2025: laufmichel

Es beginnt wie so oft: mit einer Idee, die größer ist als man selbst. Mit einer Strecke, die geplant, vermessen, geprüft werden will. Mit Verpflegungspunkten, die stehen müssen, bevor der erste Schritt getan ist. Mit Genehmigungen, Formularen, Telefonaten, die sich manchmal anfühlen wie ein eigener Ultra. Und mittendrin: Flo. Einer, der sich reingefuchst hat in die Welt der Extremmärsche – nicht nur als Wanderer, sondern als Organisator, Antreiber, Möglichmacher.

Was viele nicht sehen: Ein Marsch entsteht nicht auf dem Papier. Er entsteht im Zusammenspiel aus Streckenplanung, Logistik, Helfern, Marketing und einem bürokratischen Unterbau, der manchmal wackelt wie ein Steg im Sturm. Flo hat all das gelernt – von Markus und Melly vom Verein Wandern und Walken Hochtaunus e.V. – und bei den ersten beiden Abmärschen im Regionalpark RheinMain erfolgreich umgesetzt. Die Resonanz? Warm. Dankbar. Wachsend. Von 220 Teilnehmenden im Jahr 2025 auf rund 275 im Jahr 2026. Ein Zeichen: Da entsteht etwas.

Doch dann zeigt sich, wie fragil Outdoor‑Events sein können, wenn die Landkarte wechselt.

Ein Anruf, der alles verändert

Es ist die Nachricht eines befreundeten Wanderers, die Flo trifft wie ein unerwarteter Regenschauer im Hochsommer. Ein etablierter Veranstalter in Rheinland‑Pfalz muss absagen – nicht wegen Wetter, nicht wegen fehlender Helfer, sondern wegen Auflagen, die plötzlich nicht mehr erfüllbar sind. Ein politisches Thema, ein strukturelles Thema – und eines, das Wellen schlägt. Denn Bingen liegt ebenfalls in Rheinland‑Pfalz.

Plötzlich steht Flo vor einer Realität, die härter ist als jede Steigung: Was, wenn ein Marsch nicht an der Strecke scheitert, sondern an Paragrafen?

Wenn zwei Faktoren zusammenkommen

Die Nachfrage für die kommenden Abmärsche in Bingen und Naumburg ist schwächer als zuvor. Gleichzeitig türmen sich regionale Hürden auf, die eine Durchführung unberechenbar machen. In der Summe bedeutet das: Die nächsten Abmärsche müssen abgesagt werden.

Ein Satz, der nüchtern klingt – aber für alle, die schon einmal einen Marsch organisiert oder daran teilgenommen haben, tief sitzt.

Ein Abschied auf Zeit

Flo schreibt, dass alle Ticketinhaber ihr Geld vollständig zurückbekommen. Doch zwischen den Zeilen steht etwas anderes: Enttäuschung. Schmerz. Und Dankbarkeit.

Denn durch die bisherigen Abmärsche sind Erinnerungen entstanden, die bleiben. Momente, die man nicht einfach archiviert. Und eine Community, die größer ist als ein einzelnes Event.

Pause heißt nicht Ende

Flo denkt weiter. Er atmet durch. Er sortiert. Und er spricht bereits über eine mögliche Zukunft: Vielleicht ein Abmarsch pro Jahr, fest verankert im Regionalpark RheinMain. Von den Weilbacher Kiesgruben aus – einem Startpunkt, der noch viele Wege offenlässt.

Wie es weitergeht? Das wird sich zeigen. Aber eines ist klar: Der Abmarsch ist nicht verschwunden. Er sammelt nur Kraft.

Ein Dank, der von Herzen kommt

Flo bedankt sich bei allen, die dabei waren – und bei denen, die es werden wollten. Bei Helfern, Partnern, Freunden, Familie. Bei Markus und Melly, die ihn begleitet haben. Und bei einer Community, die zeigt, dass Wandern mehr ist als Kilometer: Es ist Verbindung.

Dieser Beitrag stammt aus unserer Redaktion – digital feinpoliert für euch.

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